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Abkassieren und Verschwenden

Oktober 2008

 

Aktuelles zur Steuereintreibung, zu Staatsfinanzen und zur Steuerverschwendung

 

September 2008     November 2008

 

 


EU-Staaten dürfen sich wegen Wirtschaftskrise höher verschulden

28.10.2008

In Zeiten der Finanzkrise dürfen sich die Mitgliedstaaten der Eurozone Informationen der deutschen Zeitung "Handelsblatt" zufolge wieder stärker verschulden.

EU-Währungskommissar Joaquin Almunia wolle auf Strafverfahren verzichten, wenn Budgetdefizite den Grenzwert von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nur geringfügig und vorübergehend überschreiten, berichtet die Zeitung  unter Berufung auf Kommissionskreise.


Finanzierungssaldo des Bundes per September 2008 bei -24,582 Mrd. Euro

24.10.2008

 

Entwicklung des
Bundeshaushalts
in Millionen Euro

Soll 2008
Januar
-
September 2008
Finanzierungssaldo -12.149 -24.582
     
Ausgaben 283.200 216.794
     
Einnahmen 271.051 192.212
 davon Steuereinnahmen 237.955 171.088
     

 

  Übersicht:

Finanzierungssaldo im Monat Milliarden Euro
   
Plan 2008 -12,149
   
September -24,582
August -26,115
Juli -27,843
   
Juni -14,662
Mai -16,342

  Quelle: BMF

Der Finanzierungssaldo des Bundes liegt per September bereits bei -24,582 Mrd. Euro und damit um 12,433 Mrd. Euro höher als für das gesamte Jahr 2008 geplant.


Steinbrück lehnt Steuersenkungen weiterhin ab

22.10.2008

Bundesfinanzminister Steinbrück (SPD) hat Forderungen nach Steuersenkungen wieder zurückgewiesen. «Für Steuersenkungen sehe ich ebenso wenig Spielräume, wie ich die Notwendigkeit sehe, wegfallende Einnahmen möglicherweise durch eine Erhöhung von Abgaben und Steuern zu kompensieren», sagte Steinbrück.


Emissionshandel erbringt eine Milliarde Euro

21.10.2008

Wie das Bundesfinanzministerium gegenüber dem Wirtschaftsmagazin 'impulse' bestätigte, werden 2008 aus dem Emissionshandel Mehreinnahmen in dreistelliger Millionenhöhe erwartet.

Die Staatsbank KfW als Ausgabe-Institut rechnet insgesamt mit Einnahmen von bis zu einer Milliarde Euro. Das sind laut 'impulse' fast 400 Millionen mehr als bislang von der Bundesregierung erwartet, die Erlöse von rund 600 Millionen Euro kalkuliert hatte.

Da es "über die Verwendung dieser Überschüsse keine Festlegung gibt", so das Bundesfinanzministerium gegenüber 'impulse', müssen die Mehreinnahmen "in den allgemeinen Haushalt fließen und zur Deckung aller Ausgaben beitragen".


Steuereinnahmen steigen auch im September

21.10.2008

Die Steuereinnahmen in Deutschland sind trotz Finanzmarktkrise und Konjunkturschwäche im September weiter angestiegen. Ohne die gesondert erfassten Gemeindesteuern stiegen die Staatseinnahmen mit 48,8 Milliarden Euro um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach drei Quartalen habe der Staat jetzt gut 375 Milliarden Euro eingenommen, bestätigte ein Sprecher des Bundesfinanzministerium einen Bericht des "Handelsblatts". Das sind 5,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und liegt damit auch noch deutlich über den Werten der Steuerschätzer, die für das Gesamtjahr ein Einnahmeplus von 3,8 Prozent erwartet haben.


Teuerung in Deutschland bleibt im September knapp unter 3 Prozent

17.10.2008

Die Teuerung in Deutschland verharrt trotz einer Entspannung bei den Preisen für Heizöl und Kraftstoffe auch im September knapp an der Drei-Prozent-Marke. Die jährliche Inflationsrate betrug 3,1 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit und bestätigte damit die erste Schätzung.

Noch immer liegt die Rate über der Marke 2,0 Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) Preisstabilität gewahrt sieht. Der niedrigste Wert für Deutschland in diesem Jahr war im April mit 2,4 Prozent erreicht worden. 

Übersicht:

Teuerung in Deutschland % *
   
September 2008 2,9
August 2008 3,1
Juli 2008 3,3
   
Juni 2008 3,3
Mai 2008 3,0
April 2008 2,4
   
März 2008 3,1
Februar 2008 2,8
Januar 2008 2,8
   
Dezember 2007 3,1

  * gegenüber Vorjahresmonat

Die schlimmste Steuer auf den Besitz von Geld ist die Inflation (Helmut Schlesinger)


Die Teuerungsrate in der Eurozone im September bei 3,6 Prozent

17.10.2008

Die Jahresteuerung in der Eurozone hat sich im September wieder etwas abgeschwächt. Die Verbraucherpreise erhöhten sich auf Jahressicht um 3,6%, Eurostat mitteilte. Die Vorabschätzung für die Jahresrate wurde damit wie erwartet bestätigt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht Preisstabilität nur bei einem Wert von unter oder knapp bei 2,0 Prozent gewahrt.

Übersicht:

Teuerung in der Eurozone % *
   
September 2008 3,6
August 2008 3,8
Juli 2008 4,0
   
Juni 2008 4,0
Mai 2008 3,7
April 2008 3,3
   
März 2008 3,6
Februar 2008 3,3
Januar 2008 3,2
   
Dezember 2007 3,1

  * gegenüber Vorjahresmonat

Die schlimmste Steuer auf den Besitz von Geld ist die Inflation (Helmut Schlesinger)


Steinbrück gibt ausgeglichenen Haushalt auf

13.10.2008

Wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise wird ein Kernziel der Großen Koalition hinfällig, ein schuldenfreier Haushalt bis 2011, wie Bundesfinanzminister Steinbrück nun selbst einräumt: "Es dürfte länger dauern".

Das Ziel eines schuldenfreien Haushalts ab 2011 sei "in greifbare Nähe" gerückt, sagte  Steinbrück bei den Etatberatungen im Bundestag noch Ende September.

"Unser Etatziel eines ausgeglichenen Haushalts verlieren wir nicht aus den Augen - auch wenn es jetzt länger dauern dürfte", sagte Steinbrück der "Bild"-Zeitung.


Entwicklung der Geldmenge M3 - ein Inflationsindikator?

10.10.2008

Der Wert für das Wachstum der Geldmenge M3 soll im Einklang mit der Definition des EZB-Rates von Preisniveaustabilität stehen und der Erreichung dieses zentralen Zieles der EZB dienen. Die EZB hat im Rahmen ihrer geldpolitischen Strategie diesen Referenzwert auf 4,5% p.a. festgelegt Der Zuwachs liegt in Deutschland seit November 2007 und in der Eurozone seit März 2007 kontinuierlich über 10,0% p.a. und somit deutlich über der EZB-Referenzrate von 4,5%.

Nach Einschätzung der Notenbank beinhaltet das starke Geldmengenwachstum mittel- bis längerfristig ein Aufwärtsrisiko für die Preisentwicklung. Die EZB sieht Preisstabilität bei einer Teuerung von "unter aber nahe 2%" erreicht.

Interessant ist, dass sich seit November 2007 das deutsche Geldmengenwachstum dem europäischen Geldmengenwachstum angleicht.

Übersicht:

Jahr/
Monat
M3* Deutschland zum
VJ in
%
T** in % M3 Eurozone zum
VJ in
%
T in %
             
2008-07 1.932.634 10,6 3,3 9.094.483 9,8 4,0
             
2008-06 1.931.940 10,7 3,3 9.063.633 10,0 4,0
2008-05 1.925.601 11,9 3,0 9.048.643 11,0 3,7
2008-04 1.911.949 11,8 2,4 8.958.871 11,1 3,3
             
2008-03 1.891.754 11,2 3,1 8.868.549 10,8 3,6
2008-02 1.887.127 11,9 2,8 8.799.395 12,2 3,3
2008-01 1.871.631 11,3 2,8 8.779.027 12,4 3,2
             
2007-12 1.857.162 11,0 3,1 8.685.278 11,5 3,1
2007-11 1.832.072 10,2 3,2 8.575.727 12,6 3,1
2007-10 1.784.392 8,9 2,8 8.481.663 12,2 2,6
             
2007-09 1.790.662 8,7 2,7 8.379.361 11,2 2,1
2007-08 1.763.214 7,8 2,2 8.286.082 11,5 1,7
2007-07 1.748.005 7,4 2,1 8.280.869 11,8  
             
2007-06 1.743.960 6,1 1,9 8.229.084 11,3  
2007-05 1.720.630 5,0 2,1 8.152.373 10,7  
2007-04 1.710.303 4,7 2,1 8.065.558 10,0  
             
2007-03 1.701.364 5,3 2,0 8.002.530 11,1  
2007-02 1.686.582 5,4 1,8 7.843.274 9,8  
2007-01 1.682.234 5,0 1,7 7.811.254 9,8  
             
2006-12 1.673.586 5,0   7.789.720 9,5  

  *deutscher Beitrag, ohne Bargeldumlauf, in Mio. Euro, **Teuerung

  Quellen: Bundesbank (TUE303, TXI303), Destatis, Eurostat

 

Für M1 bis M3 definiert die Europäische Zentralbank:

M1: Sichteinlagen der Nicht-MFIs sowie Bargeldumlauf ohne die Kassenbestände der Kreditinstitute (MFIs);

M2: M1 plus Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bis zu zwei Jahren und Einlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist bis zu drei Monaten;

M3: M2 plus Anteile an Geldmarktfonds, Repoverbindlichkeiten, Geldmarktpapieren und Bankschuldverschreibungen mit einer Laufzeit bis zu zwei Jahren.

Die schlimmste Steuer auf den Besitz von Geld ist die Inflation (Helmut Schlesinger)



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